Die schottischen Whisky-Regionen

Offiziell gibt es vier Whiskyregionen (Campeltown wird oft als fünfte geführt) in Schottland, die alle für sich charakteristische Destillate herstellen. Auch wenn viele lieb gewonnene Kategorisierungen immer mehr aufbrechen, gab und gibt es doch einige typische Eigenschaften der Single Malts aus den einzelnen Regionen.

Als klassischste aller Whiskyregionen kann man sicher das Speyside bezeichnen, nirgends sonst auf der Welt gibt es annähernd so viele arbeitende Distillerien auf so engem Raum wie rund um den River Spey. Die hier erzeugten Whiskies sind schwerpunktmäßig durch zwei Stile geprägt – auf der einen Seite der grasig, trockene (z.B. GlenElgin, Cragganmore) auf der anderen Seite der sherrytönig, fruchtige Stil (z.B. Aberlour, Macallan).

Die Highlands als zweite Region umfassen die Gebiete, die charakteristisch für Schottland und die Whiskyerzeugung erscheinen. Zerklüftete Felsformationen, tief eingeschnittene Täler, Hochmoore und schneebedeckte Gipfel. In der Realität findet man die höchstgelegene Destillerie (Dalwhinnie) auf etwas über 300m ü.M.

Zur Highlandregion zählen außer Islay auch alle Inseln mit Brennereien (Skye, Arran, Mull, Orkney, Jura) und neuerdings auch die ehemals autarke Region Campeltown. Typischerweise bringt man Highland-Malts mit einem schwereren, erdigeren Charakter in Verbindung. Tatsächlich produziert keine Region so eine breite Vielfalt unterschiedlichster Malts; floral-malzige (Glenmorangie), pfeffrig-würzige (Talisker), heidekrauttönige (Highland Park), salzige (Old Pulteney), torfige (Ardmore) oder leichte, zitrustönige (Arran).

Die Lowlands als dritte Region standen immer im Schatten der stolzen Highlandwhiskies oder der distinguierten, arrivierten Speysider. Die Malts der Lowlands, der südlichsten Whiskyregion, sind zumeist leichter und feiner als viele ihrer nördlichen Verwandten. Traditionellerweise wurde in den Lowlands dreifach destilliert (wie üblicherweise auch in Irland). Heute gibt es mit Auchentoshan nur noch eine Brennerei in den Lowlands, die dies kontinuierlich so weiterführt. Die Anzahl der Lowland-Destillerien ist in den letzten Jahrzehnten noch stärker geschrumpft als überall sonst in Schottland. Denn hier haben sich die schwierigen Koexistenzbedingungen zwischen voran schreitenden Urbanisationen und Brennereibetrieben meistens zum Nachteil der Maltdestillerien ausgewirkt. Aber auch in den Lowlands keimt Hoffnung auf, mit der Renaissance geschlossener, eingemotteter Brennereien, so kehrte mit der südlichsten schottischen Single-Malt Destillerie Bladnoch eine dieser „lost distilleries“ auf die Landkarte zurück.

Islay jedoch ist die Region, die Whyskies erzeugt, die so einzigartig sind, dass es keine vergleichbaren Malts in ganz Schottland gibt. Größtenteils scheiden Sie die Whiskyliebhaber in zwei Lager, die einen lieben die Islay-Malts, die anderen hassen sie. Torfig, oft stechend nach Jod, maritim – einzigartig im Stil, so stellen sich viele der Islays dar. Ein besonderen Platz im Herzen vieler Genießer nehmen dabei vor allem die drei Destillerien im Süden Islays ein – Laphroaig, Lagavulin und Ardbeg – nur wenige Kilometer voneinander entfernt gelegen, sind sie quasi zum Synonym für Islay geworden. Der Innovator auf der Insel jedoch ist Bruichladdich, keine andere Brennerei auf der Insel ist so experimentierfreudig, keine bietet ein so breites, zum Großteil qualitativ hervorragendes Sortiment. Aktuell arbeiten auf der Insel (die Größe entspricht etwa 2/3 der Fläche Rügens) acht Malt-Distillerien: Caol Ila, Bunnahabhain, Bowmore, Kilchoman, Bruichladdich, Laphroaig, Lagavulin und Ardbeg.

Schreibe einen Kommentar