Magische Orte II – Lagavulin

2008 – wir sind zum zweiten Mal auf der schönen Insel Islay. Nicht einfach so, sondern weil die Gelegenheit günstig ist, diesen wunderbaren Platz nicht in seiner gewohnten Stille zu erleben. Zum Zeitpunkt unseres Besuches findet das Islay-Whisky-Festival statt.  Wo sonst nur wenige oder gar keine Menschen zu finden sind, treffen sich auf einmal zig oder im Falle und zur großen Verunsicherung der Bewohner von Bruichladdich hunderte Menschen auf dem Gelände EINER Destillerie, um ein – für mitteleuropäische Verhältnisse – kleines Volksfest zu feiern. Mit frohem Beisammensein, festüblichem Essen, besonderen Führungen und last but not least den heimischen, ortsüblichen Getränken. Besonderen Reiz hatte die Atmosphäre bei Lagavulin. Obgleich nicht besonders viele Menschen dort waren. Eine kleine Band war dabei, ihr Equipment auf einem Truck in Stellung zu bringen, um das auf dem Destilleriehof versammelte Publikum zu unterhalten. Es gibt frische Austern – natürlich von der Insel – und natürlich mit einem Schuß Lagavulin 16. Das ist tatsächlich eine prickelnde Sache, das Salzige der Austern mit dem kräftigen Whisky in mir, um mich herum zur Location passende Musik – das ganze am Meer an diser traumhaften Küste bei schönstem Wetter – wunderbare Momente.

Clynelish und Brora Destillerie

Beide Destillerien liegen in unmittelbarer Nähe zueinander. Während die neu gebaute und 1973 eröffnete Clynelish-Brennerei den spröden Charme einer Lebensmittelfabrik verbreitet, scheint das romantische Brora nur darauf zu warten, wachgeküsst zu werden. Leider gibt es seitens Diageo keine Bestrebungen, diese Destillerie wieder zu beleben. Trotzdem eine engagierte Tour mit tollem Tasting. Leider war es, wie bei allen Anlagen von Diageo, nicht gestattet innen zu fotografieren.

Bruichladdich – Remy Cointreau kauft unabhängige Islay-Destillerie

http://www.bruichladdich.com/blog/the-best-laid-plans
http://www.bruichladdich.com/news/laddie-news/bruichladdich-remy-cointreau-agreement

Schade, damit bleibt nur Kilchoman als letzte unabhängige Destillerie auf Islay, mal schauen welche Entwicklung Laddie unter Remy nimmt.

Pulteney – eine Hommage

Wenn es aktuell eine Destillerie mit einer besseren Standardrange als Old Pulteney gibt, würde ich davon gerne erfahren. Man kann nur sagen: Hut ab meine Herren bei Inverhouse, viel besser geht es nicht.

Ob 12, 17 oder 21 Jahre, die können alle was.

Insbesondere der 17jährige hatte es mir/uns bei unserem Besuch in Wick angetan, eine tolle Kombination aus fruchtigen Sherryaromen und salzig-maritimen Destilleriecharakter. Und ein eeeeeeeeeeeeeeeeendloses Finish.

Der 12jährige ist der perfekte Einstieg um diese tolle Destillerie kennen zu lernen – salzig prickelnd, aber insgesamt rund und ausgewogen mit genug Eiche und Vanille um dem Meeresbrausen in der Flasche Einhalt zu gebieten und Balance herzustellen.

Der 21er ist Nektar pur, der salzige Grundcharakter ist eingewoben in einen weichen Weltklassewhisky von schöner Tiefe und Komplexität.

Glenglassaugh

Karte zentrieren
Verkehr
per Fahrrad
Transit
Google MapsRoutenplanung starten

Das erste Mal in Mekka …

Endlich da! Auf Islay der Insel der Verheißungen. Wir fahren auf unserem Trip quer über die Insel um die südlichste der Kildalton Distillerien zu erreichen. Jackie erwartet uns und hat eine kleine, private Führung für uns arrangiert. Die Fahrt ist anstrengend aber großartig, die Inselatmosphäre wird mit jeder Meile Richtung Ardbeg immer mystischer. An Lagavulin vorbei noch ein kleines Stück und dann erstrahlt das Juwel vor der zerklüfteten Küste Islays im schönsten Sonnenschein. Die Pagoden leuchten im Licht, die Destillerie hat sich in feinstem Islay-Destillerie-Weiß für uns herausgeputzt. Wir steigen für einen Moment aus dem Auto und genießen den Blick, den Augenblick. Jeder Maltwhiskyliebhaber, ob er nun getorfte Malts liebt oder hasst muss hier gewesen sein. Ardbeg ist, bei aller Großartigkeit der anderen Islaydestillerien, die Quintessenz der Insel – stolz, majestätisch, keltisch, ursprünglich und einladend.

Arbeg und der heilige Gral

Es war eine lange Reise. Fünf Stunden Flugreise mit einem Stopover. Zwei Stunden Autofahrt von Glasgow nach Tarbert entlang der Küste (und mit Paolo am Steuer!). Zweieinhalb Stunden Fähre. Aber jetzt bahnen wir uns den Weg durch die im Nebel liegende Insel Islay. Plötzlich bricht die Sonne durch und lässt die weißen Gebäude der Ardbeg Destillerie vor dem blauen Meer erstrahlen. Ich muss zugeben, dies ist die erste Destillerie, die ich besucht habe. Aber dieser Besuch hat für alle nachfolgenden Maßstäbe gesetzt.

Jackie Thomsom hat uns eine eindrucksvolle Führung gegeben. Wir wurden am offenen Spirit-Safe mit frischem Ardbeg Destillat getauft. Alles war sehr familiär und doch professionell. Nach langem Dornröschenschlaf konnte man förmlich spüren, wie die Destillerie wieder zu neuen Lebem erwachte. Das meiste Equipment war in „Smoked Kelp“ gestrichen, dem Ardbeg-Grün. Ich kann mich nicht erinnern, welchen Whisky wir genau gekostet haben. Es müsste der (alte) Ardbeg „Ten“ gewesen sein, der „Very Young“, der „Uigeadail“ und frischer Spirit. Sehr lecker, sehr großzügig eingeschenk. Dabei ging einiges daneben. Wir sagten: „Please, don’t waste a drop“, Jackie antwortete: „Don’t worry – I’ll lick the table later“.

Nach über zwei Stunden verliessen wir das wunderschöne Old Kiln Café, Ardbegs Besucherzentrum, um nach Port Ellen weiter zu fahren. Beschwingt und tief zufrieden, waren wir doch hier am Ende der Welt ganz nah am heiligen Gral.